Kurzer Exkurs zu Entgeltfortzahlung

Bei der Entgeltfortzahlung (früher auch Lohnfortzahlung) geht es um den Anspruch aller Mitarbeiter:innen (eingeschlossen Minijobber:innen!) in bestimmten Fällen auch ohne Arbeitsleistung Entgelt zu bekommen.

Auszahlungsanlässe

In lexoffice unterscheiden wir zwischen den folgenden Anlässen für Entgeltfortzahlung (EFZ):

Ziel dieser Regelung

Im Kern will der Gesetzgeber mit der EFZ bei Arbeitsunfähigkeit erreichen, dass Ihre Mitarbeiter:innen im Krankheitsfall abgesichert sind, bzw. dass soziale Härten vermieden werden.

Berechnung der Höhe der Entgeltfortzahlung in lexoffice

Die Berechnung der Entgeltfortzahlung (EFZ) ist in lexoffice für alle drei o.a. Anlässe identisch. Es gibt lediglich Unterschiede in der Berechnung der EFZ bei Gehaltsempfänger:innen und Stundenlöhner:innen.

EFZ für Gehaltsempfänger:innen

Gehaltsempfänger:innen sind der "einfachste" Fall. Urlaub und (Grund-)Vergütung für Arbeit an Feiertagen ist durch das Gehalt abgedeckt. Fertig!

Im Fall von EFZ bei Krankheit rechnet lexoffice den Anteil des Gehalts, der auf die Kranktage entfällt, so aus:

Hinweis: Das Ausgangsentgelt ist die Summe aller Lohnarten, die während Krankheiten fortgezahlt werden (nur laufendes Entgelt, inkl. Sachbezüge wie Firmen-Pkw).

Beispiel: Andreas Angestellter erhält 1850,00 EUR pro Monat und ist im November 2019 für fünf Tage arbeitsunfähig geschrieben.

1850,00 EUR / 30 * 5 = 308,33 EUR

lexoffice erstellt automatisch einen Erstattungsantrag an die Krankenkasse und berücksichtigt 308,33 EUR (bei einem Erstattungssatz von 80% fordert lexoffice 246,66 EUR von der Krankenkasse zurück).

EFZ für Stundenlöhner:innen

Zu allen drei Anlässen zieht lexoffice zunächst für den ausgefallenen Zeitraum den vereinbarten Stundensatz der Mitarbeiter:innen heran. Ihre Mitarbeiter:innen sollen im Fall der Entgeltfortzahlung nicht schlechter gestellt werden und sind so zu vergüten, als hätten sie gearbeitet.

Daher bildet lexoffice automatisch einen Dreimonatsschnitt bestimmter zusätzlich zum Stundenlohn gezahlter Lohnarten (z.B. Zeitzuschläge) und addiert diesen zum Stundensatz hinzu.

Beispiel: Sabine Stundenlohn hat einen vereinbarten Stundenlohn i.H.v. 12,00 EUR und arbeitet 40,00 h in einer Fünftagewoche. In den letzten beiden Monaten hat sie für jeweils 10,00 h einen Sonntagszuschlag erhalten (60,00 EUR / Monat). Sie ist im November für fünf Arbeitstage arbeitsunfähig geschrieben.

Summe der Zuschläge der letzten drei Monate: 60,00 EUR + 60,00 EUR = 120,00 EUR
Gesamtstunden der letzten 3 Monate: 522,00 h

120,00 EUR / 522,00 h = 0,23 EUR

Stundensatz Entgeltfortzahlung = 12,00 EUR + 0,23 EUR = 12,23 EUR

Entgeltfortzahlung = 5 d * 8 h * 12,23 EUR = 489,20 EUR

lexoffice erstellt automatisch einen Erstattungsantrag an die Krankenkasse und berücksichtigt 489,20 EUR (bei einem Erstattungssatz von 80% fordert lexoffice 391,36 EUR von der Krankenkasse zurück).

Weiterführende Hinweise für Stundenlöhner:innen

Die Ausfallstunden im Urlaubs-, Feiertags- und oder Krankheitszeitraum werden übrigens anhand des vereinbarten Arbeitszeitmodells in den Mitarbeiterdetails ermittelt.

Achtung: Hinweise zur korrekten Ermittlung des Arbeitszeitmodells finden Sie in einem gesonderten Artikel. Dort finden Sie auch heraus, wie Sie mit Mitarbeiter:innen umgehen, die keine Entgeltfortzahlung an Feiertagen erhalten, weil sie geplant arbeiten.

lexoffice ermittelt die Entgeltfortzahlung automatisch im Abrechnungsassistent. Sie können direkt nach der Erfassung einer Abwesenheit (Urlaub, Krankheit) auf Schritt 2 der Abrechnung sehen, wie hoch die EFZ ausfällt.

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