Werden Gutscheine ausgegeben, die nicht zum Bezug von hinreichend bezeichneten Leistungen berechtigen, wird dies als Umtausch eines Zahlungsmittels, z.B. Bargeld, in ein anderes Zahlungsmittel wie Gutschein beurteilt. Die Hingabe des Gutscheins selbst stellt keine Lieferung dar. Eine Anzahlung i. S. v. § 13 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4 UStG liegt ebenfalls nicht vor, da die Leistung nicht hinreichend konkretisiert ist. Erst bei Einlösung des Gutscheins unterliegt die Leistung der Umsatzsteuer.

Schritt 1: Kunde kauft einen Gutschein. Erfassen Sie einen Einnahmebeleg über die Belegerfassung. Als Kunden können Sie den Kunden anlegen oder den Sammelkunden verwenden. Falls Sie den Gutschein eingescannt haben, können Sie diesen zusätzlich in den Beleg hochladen.

Wählen bei Art der Einnahme "durchlaufende Posten" und vermerken Sie in der Beschreibung gegebenenfalls, dass es sich um einen Gutscheinkauf handelt. Weder die Umsatzsteuer wird ausgewiesen, noch ist die Einnahme erfolgswirksam.

Kauft der Kunde den Gutschein Bar, so wählen Sie die Zahlart "Kasse". Der Einnahmebeleg ist nun in der Kasse als durchlaufender Posten verbucht.

Zahlt der Kunde den Gutschein über die Bank, wählen Sie bei der Belegerstellung die Zahlart "Noch nicht bezahlt" und ordnen später die Bankzahlung dem Beleg zu

Schritt 2: Kunde löst den Gutschein ein Erstellen Sie eine Rechnung für Ihren Kunden. Der Gutschein darf hier nicht in Abzug gebracht werden, da die Berechnungsgrundlage der USt. der Rechnungsbetrag ist. Würden Sie den Gutschein hier in Abzug bringen, so mindern Sie damit die Berechnungsgrundlage und somit auch die ausgewiesene USt. Daher sollte der Rechnungsbetrag nicht durch den Gutschein gemindert werden.

Tragen Sie in der Schlussbemerkung ein, dass es in diesem Fall eine Einlösung des Gutscheins in Höhe des Gutscheinbetrages gab. Stellen Sie die Rechnung anschließend fertig.

Die Rechnung ist nun offen und unbezahlt. Deckt der Gutschein den gesamten Rechnungsbetrag ab, so erfassen Sie eine manuelle Zahlung über "Zahlung erfassen" und Privat. Deckt der Gutschein nur einen Teil der Rechnungssumme ab, so erfassen Sie zwei Zahlungen. Den Gutscheinbetrag wieder als manuelle Zahlung über Privat, den zweiten Teil der Zahlung entweder per Kasse bei Barzahlung oder Sie warten auf den Bankvorgang bei Überweisung und ordnen diesen dann später der offenen Rechnung zu.

Schritt 3: Abschluss Privatkonto, Verrechnung mit durchlaufenden Posten

Dazu zwei Optionen:

3.1. Sie erfassen nun einen Beleg als Einnahmenminderung über den Gutscheinbetrag, ebenfalls auf denselben Kunden, durchlaufender Posten, Zahlart "Privat". Das Privatkonto und der durchlaufende Posten werden demnach glattgezogen.

3.2 Sie lassen das Privatkonto und die durchlaufenden Posten im Zuge der Jahresabschluss von Ihrem StB. berichtigen.

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