Das betrifft vor allem

  • Minijobber und
  • Kurzfristig Beschäftigte, aber auch
  • studentische Aushilfen (Werkstudenten).

Wenn Sie für diese Mitarbeiter in der Corona-Krise weniger oder keine Arbeit haben, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für Sie, die Personalkosten zu reduzieren. 

Wichtiger Hinweis: 

Die nachfolgend beschriebenen Handlungsoptionen sollen Sie bei der Orientierung unterstützen. Sie können jedoch eine Rechtsberatung nicht ersetzen. Das gilt besonders dann, wenn etwa arbeitsvertraglich oder übergeordnet durch anzuwendende Tarifvorschriften abweichende Regelungen gelten. Aus diesem Grund können wir Ihnen auch keine Vertragsmuster zur Verfügung stellen.

Änderungen immer schriftlich dokumentieren 

Um sich nicht in Schwierigkeiten zu bringen, sollte immer schriftlich dokumentiert werden, wenn Sie wesentliche Inhalte des Arbeitsverhältnisses anpassen. Die entsprechend unterschriebenen Dokumente sollten unbedingt zu den Lohnunterlagen jedes betroffenen Mitarbeiters genommen werden. 

Das gilt zwar auch ganz generell - siehe Checkliste Arbeitsvertrag (bei Neueinstellung von Mitarbeitern). Besonders bei Lohnminderungen oder Wegfall schaut der Betriebsprüfer später genau hin.

Erstmal Urlaub oder aufgelaufene Stunden abbauen

Sofern Ihre Aushilfen noch Zeitguthaben oder Urlaubsansprüche haben, ist es natürlich sinnvoll, erstmal diese abzubauen. So verlangt es ja auch die Arbeitsagentur für die Mitarbeiter, die Kurzarbeitergeld-Anspruch haben.

Vertragliche Vereinbarung mit dem Mitarbeiter

Besser als gleich zu kündigen ist es möglicherweise, um Verständnis für die wirtschaftlich schwierige Situation zu werben und sich mit Mitarbeitern zu einigen.

Dazu können Sie einen Vertrag über reduzierte Arbeit mit Empfehlung Änderungszeitpunkt = nächster Monatsbeginn (nicht rückwirkend!) vereinbaren. 

Die Wochenstundenzahl und Vergütung kann dabei auch schon während eines laufenden Monats vertraglich geändert werden, aber immer nur für die Zukunft (ausgehend vom Unterzeichnungsdatum). 

In lexoffice können Sie Mitarbeiterstammdaten immer nur monatsweise ändern. Falls Sie aber während des Monats vertraglich etwas anpassen möchten (zum Beispiel die Arbeitsstunden ab 16.3.2020 reduzieren), dann reicht es aus, das in den Mitarbeiterstammdaten ab Folgemonat umzustellen.  

Für den laufenden Monat niedrigere Stunden oder anteilig gekürztes Gehalt in der Abrechnung schon im Monat der anteiligen Kürzung zu berücksichtigen.

Ein deal mit dem Mitarbeitenden könnte auch so aussehen, dass er unbezahlten Urlaub (Vergütung = 0,00 €) beantragt.  Auch hier ist es wichtig, dass der unbezahlte Urlaub frühestens ab dem Antragsdatum (Unterschrift des Mitarbeiters) beginnt.

Notfalls betriebsbedingt kündigen

Können Sie sich mit Mitarbeiter:innen nicht darauf verständigen, die Arbeitszeit zu reduzieren oder unbezahlten Urlaub zu nehmen, bleibt Ihnen als letzter Ausweg betriebsbedingt zu kündigen. Die sich aus der Corona-Krise ergebende existenzielle Gefährdung von Betrieben dürfte als Grund für eine betriebsbedingte Kündigung sein. Auch hier nochmals: Vorbehaltlich einer rechtlichen Prüfung, die lexoffice nicht leisten kann und darf. 

Kündigungsfristen einhalten

Auch in Krisenzeiten sind Kündigungsfristen einzuhalten - das gilt bei Aushilfen genauso wie bei Festangestellten. In der Regel dürften das die gesetzlichen Kündigungsfristen sein. Es können aber auch abweichende, ggf. längere Kündigungsfristen im Arbeitsvertrag geregelt sein. 

Betriebsgrößenbedingte Besonderheiten

Für alle nachfolgenden Regelungen werden 

  • Teilzeitkräfte bis zu 20 vereinbarten Wochenstunden mit 0,5 und 
  • Teilzeitkräfte mit vereinbarter Arbeitszeit bis 30 Stunden/Woche mit 0,75 auf die Beschäftigtenzahl angerechnet.

Arbeiten nicht mehr als 20 Beschäftigte in Ihrem Betrieb, so gibt es keine verlängerten Kündigungsfristen nach Betriebszugehörigkeit. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt dann 4 Wochen zu jedem beliebigen Tag (also nicht zwingend auf den 15. eines Monats oder Monatsletzten).

In Betrieben mit bis zu 5 Mitarbeitern gelten erleichterte Kündigungsschutzvorschriften. Die betriebsbedingte Kündigung ist zulässig, ohne eine Abfindung zahlen zu müssen.

Das gilt auch für Firmen mit 6 bis 10 Mitarbeitern: Ausnahme ist lediglich, wenn Mitarbeitern gekündigt werden soll, die schon länger als seit 2004 im Betrieb durchgängig beschäftigt sind. Sehr langjährige Mitarbeiter könnten Sie dann betriebsbedingt nur mit Abfindung entlassen (§ 1a Kündigungsschutzgesetz).

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