Alle Kollektionen
So geht Buchhaltung mit lexoffice
Anlagegüter
Abschreibungen im Kontext des Wachstumschancengesetzes
Abschreibungen im Kontext des Wachstumschancengesetzes

Was bedeutet das Hin und Her in der Gesetzgebung für Abschreibungen in 2023/2024 für mich?

Jan B. avatar
Verfasst von Jan B.
Vor über einer Woche aktualisiert

Wie ist der aktuelle Stand der Gesetzgebung?

  • Das Gesetz wurde im Sommer 2023 in mehreren Entwürfen stetig weiter entwickelt.

  • Am 17. November 2023 wurde es vom Bundestag beschlossen. Um endgültig in Kraft zu treten, bedarf es noch der Zustimmung des Bundesrates.

  • Der Bundesrat verwehrte am 24. November 2023 die Zustimmung und überwies das Gesetz zur grundlegenden Überarbeitung an das gemeinsame Gremium von Bundestag und Bundesrat, dem sogenannten Vermittlungsausschuss.

  • Am 8. Dezember wurde bekannt, dass diese Nachverhandlungen gescheitert sind. Als Begründung wird zum einen die unklare Haushaltslage für das kommende Jahr genannt, aber auch die aus Sicht des Bundesrates zu wenig berücksichtigten Änderungsvorschläge.

  • Daher wird das Gesetz in 2023 nicht mehr beschlossen werden können. Das bedeutet, dass sämtliche darin enthaltenen Regelungen noch nicht Kraft Gesetzes gültig sind und keine Anwendung finden dürfen. Dies gilt also auch für die degressive Abschreibung.

  • Wann die Verhandlungen in 2024 wieder aufgenommen werden, ist noch nicht bekannt.

  • Aktuelle Informationen dazu finden Sie auch hier.

Darf ich wieder degressiv abschreiben?

Nein, noch nicht.

Die befristete Wiedereinführung der degressiven Abschreibung wird auch vom Bundesrat grundsätzlich begrüßt und unterstützt. Das bedeutet, dass die Regelung irgendwann in 2024 wahrscheinlich in Kraft treten wird, wobei die genaue inhaltliche Ausgestaltung (Abschreibungssatz und Beginn und Ende der Gültigkeit) noch diskutiert werden.

Was kann ich machen, wenn ich eine Anlage mit Anschaffung ab 01.10.2023 bereits degressiv abschreibe?

Grundsätzlich müssen Sie nichts unternehmen. Der Gesetzgebungsprozess ist im Gange und wir beobachten die Situation für Sie. Sobald die Regelung konkret ist, werden wir Sie informieren und Ihnen ggf. Ihre Handlungsoptionen aufzeigen.

Einzig, wenn Sie bereits vor dem Inkrafttreten des Gesetzes Ihre Gewinnermittlung für 2023 an das Finanzamt senden wollen, sollten Sie tätig werden. In diesem Fall ist die einzig erlaubte Abschreibungsmethode die lineare.

Wie Sie in diesem Falle die Abschreibungsmethode wechseln können, erfahren Sie in unserem Wissensartikel:

💡Beachten Sie, dass Sie die einmal ggü. dem Finanzamt erklärte Abschreibungsmethode für Ihr Anlagegut nicht mehr ändern können.

Ändert sich die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter in 2024?

Die Erhöhung der GWG-Grenze von 800,- EUR auf 1.000,- EUR ist in der Beschlussfassung der Bundesregierung enthalten und wird auch vom Bundesrat unterstützt. Es ist folglich mit der Umsetzung dieser Regelung zu rechnen.

Das bedeutet, dass es wahrscheinlich rückwirkend zum 01.01.2024 die Möglichkeit geben wird, Anlagen mit einem Anschaffungspreis von 800,- EUR bis 1.000,- EUR, die bisher linear abgeschrieben werden, als GWG zu behandeln und somit sofort abzuschreiben.

Sobald diese Gesetzesänderung in Kraft tritt, wird lexoffice Sie darüber informieren und Ihnen Ihre Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Erfassen Sie bis dahin Ihre Anlagenbelege wie gehabt.


AfA, Anlagenbuchhaltung, Wachstumschancengesetz, Degressive Abschreibung, GWG, geringwertige Wirtschaftsgüter, Gesetzgebung

Hat dies Ihre Frage beantwortet?